Innovative Ideen -der Grundstein, auf dem der Erfolg der deutschen Wirtschaft gründet. Besonders für Kleine und Mittelständische Unternehmen aus Bayern und Baden-Württemberg ist das Patent von großer Bedeutung.

„Als Patente werden technische Erfindungen geschützt, die neu sind, auf einer erfinderischen Tätigkeit beruhen und gewerblich anwendbar sind“  

– Patentgesetz § 1 Abs. 1 

Aus dem dpma Jahresbericht von 2013 geht hervor, dass  Bayern mit 14 829 Patent­anmeldungen (+ 3,3 %) am meisten Patentanmeldungen einreicht. Auf dem zweiten Platz liegt Baden­-Württemberg mit 14 564 Anmeldungen (+ 2,3 %). Nordrhein­-Westfalen folgt mit einer leichten Steigerung im Vergleich zum Vorjahr (+ 4,6 %) auf dem dritten Platz. Somit stammen 3/4 aller deutschen Anmel­dungen aus diesen drei Bundesländern. Das liegt an den großen Traditionsfirmen, die den Süden Deutschlands ihr zu Hause nennen. Die schwäbische Robert Bosch GmbH ist mit 4.144 Anmeldungen im Jahr 2013 auf Platz 1 der Unternehmen, die Patente einreichen. Damit steigerte Bosch seine Anmeldungen um 4,3%! Den zweiten Platz belegt das Karsruher Unternehmen Schaeffler Technologies AG & Co. KG, gefolgt von Daimler und Siemens. Keine andere Branche brütet über sovielen innovativen Ideen wie die Automobilindustrie.

Patentanmeldungen 2013 nach Bundesländern (Quelle: Seite 6 dpma Jahresbericht 2013 http://www.dpma.de/docs/service/veroeffentlichungen/jahresberichte/dpma_jb_2013.pdf)

Patentanmeldungen 2013 nach Bundesländern (Quelle: Seite 6 dpma Jahresbericht 2013 http://www.dpma.de/docs/service/veroeffentlichungen/jahresberichte/dpma_jb_2013.pdf)

Eine weitere, für den Mittelstand relevante Branche sind die erneuerbaren Energien. Im Bereich der Solartechnik stammen die Anmeldungen -neben Großunternehmen aus Japan, Korea und den USA- überwiegend von mittelständischen Unternehmen aus Deutschland. Der deutsche Mittelstand hat in den letzten Jahren erkannt, wie wichtig der Einsatz nachwachsender Ressourcen und eine Umstellung auf eine nachhaltige Energieversorgung sind. Viele KMUs versorgen sich schon jetzt mit eigenem Strom vom Solarpanel auf dem Dach oder dem Windrad in der Einfahrt. Grund genug, auch nach neuen Entwicklungen und Prozessoptimierungen zu forschen. Ein Patent birgt nämlich viele Vorteile, besonders in einer aufkommenden Branche.

„Wer nicht erfindet, verschwindet. Wer nicht patentiert, verliert. Und wer nicht informiert, stirbt.“ 

(Prof. Erich Häußer, Präsident des DPMA, 1994)

Ein Patent bietet mehrere Vorteile: Zunächst einmal einen weitreichenden Schutz vor Nachahmung. Daraus resultiert die Möglichkeit, Lizenzkosten zu verlangen, und so die Rechte an Wettbewerber zu vermieten. Diese werden nicht nur dadurch ausgebremst, sie liegen allein deshalb schon im Nachteil, weil sie nicht auf die glänzende Reputation eines Patentes hinweisen können. Patente beweisen die innovative Stärke eines Unternehmens.

Natürlich kommen auch Unannehmlichkeiten auf einen zu, sollte man sich zur Patentanmeldung entschließen. Für viele sind die anfallenden Kosten ein Aus-Kriterium, für andere der hohe bürokratische Aufwand. Auch deshalb werden in großen Konzernen wie Daimler oder Bosch so viele Patente angemeldet. Der Konzern trägt sowohl die Kosten als auch den bürokratischen Aufwand, der Erfinder erhält Tantieme.

Möchte man ein Patent anmelden, sollte man vorher abchecken, ob es die Innovation bereits gibt. Kleinste Ähnlichkeiten können bereits zu Problemen führen. Beim DPMA, beim Technischen Informationszentrum in Berlin und bei den Patentinformationszentren besteht die Möglichkeit, in die patentamtlichen Veröffentlichungen (Offenlegungs-, Auslege-, Patentschriften, Unterlagen eingetragener Gebrauchsmuster) Einsicht zu nehmen.