Beim Thema Ästhetik scheiden sich bekanntlich die Geister – frei nach dem Motto „Ist das Kunst oder kann das weg?“. Wer so etwas schon mal gesehen hat weiß jedoch schnell, dass es sich hier nicht nur um eine Person handelt, die einfach leichte Schwierigkeiten hat, sich von alten Dingen zu trennen. Bei so einer Aussicht auf die Nachbarschaft kann man sich das nachmittägliche Aufklärungs- und Sozialreportageprogramm über familiäre Brennpunkte und andere Verdachtsfälle, das uns täglich von unseren Massenunterhaltungsmedien auf höchstem Niveau geboten wird, doch glatt sparen, denn man ist sozusagen live dabei. Da macht das Mitfiebern – schafft er oder sie es  heraus aus dem Messie-Dasein oder nicht? – gleich mehr Spaß und wird nicht einmal von lästigen Werbeunterbrechungen gestört.

Messiebalkon

Kritisch wird’s dann allerdings, wenn sich solche Fälle auf einen selbst auswirken und man sich plötzlich in der danebenliegenden Wohnung in der eigenen Küche in einer von den Ratten ganz individuell gestalteten Inszenierung von „Ratatouille“ wiederfindet. Da muss man dann aufpassen, dass es durch den Hausflur nicht bald laut „Verklag mich doch!“ hallt.

Verfasser: Isabelle Oswald