Etwa 1 Million Deutsche pflegen einen Zweitwohnsitz im EU-Ausland, allein in Spanien soll es über 300.000 Immobilienbesitzer deutscher Herkunft geben, so die FAZ. Finca, Ferienhäuschen, Campingstellplätze. In Griechenland, Frankreich, Italien -die Möglichkeiten, das Urlaubsgeld in Immobilien zu investieren sind schier grenzenlos.

Laut dem Deutschen Ferienhausverband e.V.  ist “das Ferienhaussegment in den letzten Jahren zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor avanciert. Mehr als 20 Milliarden Euro Umsatz werden auf dem europäischen Ferienhausmarkt pro Jahr erwirtschaftet, ein Drittel des Gesamt-umsatzes allein in Deutschland.”

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Oftmals können die Häuschen nur einmal im Jahr besucht werden, die restliche Zeit braucht es andere Menschen. Der Garten und das Haus müssen ständig gewartet werden. Viele Fincabesitzer klagen über regelmäßige Einbruchsserien, bei denen professionelle Trupps per LKW rumreisen und leerstehende Ferienhäuser und -wohnungen heimsuchen. Ganze Landstriche werden so leergeräumt, die LKWs sind in der Bausaison unauffällig und kaum von den „richtigen“ LKWs zu unterscheiden.

Das ständige, drängendsten Problem: Die Feuchtigkeit. Sie führt zu maroder Bausubstanz, ständig muss irgendwas geflickt werden. Das kostet Zeit und Nerven -die Telefoniererei in die Wahlheimat gestaltet sich oft schon aus sprachlichen Gründen schwerer als gedacht.  Aus Feuchtigkeit resultiert oft Schimmel. Das ist nicht nur unappetitlich aus, es ist auch noch gesundheitsschädigend. Wird der Schimmel zu spät entdeckt, muss oft das ganze Haus trockengelegt werden.

Das nächste Horroszenario: Etwas ist kaputt, man beauftragt aus Deutschland aus eine ortsansässige Baufirma. Leider kein Vorurteil, sondern traurige Realität in südlichen Ländern: Die Bauarbeiter kommen erst mal viel zu spät, Termine werde grundsätzlich nicht eingehalten, oft wird gepfuscht. Auch die Endrechnung schockiert meist, war doch der Kostenvoranschlag viel kleiner.

Ist ein Pool vorhanden, muss man sich regelmäßig darum kümmern. Ein Poolboy kostet ab 1200 Euro extra im Jahr. Auch der Stromverbrauch ist nicht außer Acht zu lassen: Der Pool zieht ungefähr genau dasselbe, wie das Haus ansich an Strom verbraucht.

Küsten, besonders Alpinnahe Küsten, neigen zu Erbeben. Danach sind die Terassenfließen dahin. Wen das stört, muss jedes mal den Außenbereich erneuern. Hier gilt: Solche Risiken bereits beim Bau bzw Kauf des Hauses miteinplanen und vorkalkulieren. Zudem können auch die empfindlichen Rohrsysteme im Haus als auch im Pool brechen. Wenn die Temperatur schwankt und die Nächte kälter werden, sind die Rohre sowieso gereizt. Folgt dann eine noch so kleine Erschütterung, kann das schwerwiegende Folgen haben. Der ganze Boden muss entlang des vermutlich leckgeschlagenen Rohrs aufgerissen werden, um die entsprechende Stelle finden und flicken zu können.

Nichtsdestotrotz ist es einfach schön, auf der eigenen Terrasse der eigenen Finca am eigenen Pool entspannen zu können. Ein Gefühl von „Zuhause Sein“ in einem fremden Land!