Kaum hat das Milaneo eröffnet, ertönen schon die ersten Unkenrufe, die den Untergang des Gerber prophezeien.

Zugegeben, am Eröffnungstag des Milaneo war es im Gerber recht leer, aber Menschen sind nun mal neugierig und so ist es nachvollziehbar, dass am 9. Oktober aufgrund des Presse- und Social Media Hypes alle ins Milaneo pilgerten. Am Samstag aber dann ein neues Bild: Trotz des „Traktoren-Ansturms“ im Milaneo (160.000 Besucher!) KEINE Leere im Gerber. Angenehme Größe der Menschenmenge, für die Ladenbesitzer groß genug, um die Mieten einfahren zu können und für die Besucher klein genug, um sich ohne Platzangst zu bewegen.

Man konnte den Eindruck gewinnen, dass das Gerber einen guten Gegenpol zum Milaneo aufbauen kann und wird. Beeindruckende Architektur im Milaneo auf der einen Seite und intellektuelles Shoppen im Gerber auf der anderen Seite. An dieser Stelle auch mal ein Unkenruf: Schwierig wird es dann für die „normalen“ Supermärkte, denn das Gerber lädt mit Plätzen wie dem Pano oder dem Adam den DINK oder den Urban Single zum entspannten Frühstücken und  danach geht es zum Wochenendeinkauf in den Flagship Store von Edeka.

Allen Unkenrufen zum Trotz hat das Gerber das Viertel positiv aufgeladen. Neuansiedlung um Umfeld wie das Alnatura beweisen, dass das Leben in dieser Ecke attraktiver geworden ist und wird. Wenn man jetzt noch den „Graben“ zum Marienplatz  schließt und die Achse Herbertz Espressobar, Attimi und Zimt&Zucker aktiviert, entsteht um das Caleido und Gerber ein neuer Stuttgarter Westen. Statt Unkenrufen lieber ein positives Signal in Richtung Investoren und Menschen, die nach Stuttgart ziehen wollen/müssen…