Dass die Zahl der Einwohner in Deutschland in den nächsten Jahren deutlich zurückgehen wird, ist jedem von uns klar. Dies ist nicht nur der Geburtenrate zuzuschreiben sondern auch der Nettozuwanderung (Einwanderung-Auswanderung). Was auch vielen von uns klar ist, ist das Großstädte zunehmend an Beliebtheit gewinnen und ländliche Regionen eher gemieden werden, was dazu führt, dass viele Wohnungen und Immobilien auf dem Land leer stehen werden. Stichwort: demografischer Wandel! Dieser stellt bereits jetzt betroffene Kommunen vor neue und schwierige Herausforderungen.

Diese Herausforderungen sind allerdings regional sehr unterschiedlich. So verlieren die meisten Bundesländer deutlich an Einwohner, besonders in Ostdeutschland und das Saarland. Bundeländer wie Hamburg, Berlin, Bremen und Bayern können bis 2030 allerdings mit einem Zuwachs der Einwohner rechnen.
Die Städte sind deswegen so beliebt, weil insbesondere junge Leute die Mobilität und die besseren Ausbildungs- und Jobchancen zu schätzen wissen. Für ältere Menschen bietet die Stadt ebenfalls eine Vielfalt von interessanten und attraktiven Freizeiteinrichtungen, Kulturangeboten und Gesundheitsversorgungsstätten. Damit gewinnen die Städte im Vergleich zu den Landregionen deutlich an Einwohnern. Wie deutlich, hängt vom Pro- Kopf- Wohnkonsum ab.
So lebte der durchschnittliche Deutsche 2002 alleine auf knapp 68 m², diese Zahl stieg 2012 auf weitere 70 m² an. Nach Analysen des IW Köln, stieg der Wohnflächenkonsum zwischen 1995 und 2011 um 21 %, dies liegt nicht nur am gestiegenen Lebensstandard sondern auch daran, dass immer mehr Menschen alleine leben und in Relation zu Mehr- Personen- Haushalten mehr Quadratmeter für sich beanspruchen.
Was jedoch als Trend gilt, kann für die Zukunft nicht bestätigt werden, da sich die Wohnfläche pro Kopf nicht beliebig ausweiten lässt (unteranderem wegen den Energiekosten).

Dies zeigt das folgende Schaubild anhand von zwei Szenarien:

(c) 2013 IW Medien - iwd 36

(c) 2013 IW Medien – iwd 36

Szenario 1: angelehnt an den aktuellen Stand, das heißt die Wohnfläche pro Kopf bleibt konstant. Demnach würde die Nachfrage nach Wohnfläche nur noch bis 2020 steigen (um ca. 1 %). Das entspricht einer Wohnungsnachfrage von jährlich 25.000 neuen Wohnungen.

Szenario2: hier wird gezeigt, dass die Deutschen in Zukunft in größeren Wohnungen leben wollen, das heißt die Wohnfläche pro Kopf wird immer mehr zunehmen. Die Wohnungsnachfrage steigt hier bis 2040 fast um 16 %. Jährlich würden dann 150.000 neue Wohnungen zusätzlich benötigt.

Wie eingangs erläutert, schlagen sich diese Gesamtzahlen in den einzelnen Regionen unterschiedlich nieder. So geht man nicht wie erwartet in Hamburg oder Berlin von einem Zuwachs der Wohnungsnachfrage aus sondern im Umland von München.

Den größten Leerstand wird es allerdings wie erwartet in Ostdeutschland geben.